SV DESSAU 05

So wird die Verbandsliga aussehen

Björn Reinhardt, 15.06.2022

So wird die Verbandsliga aussehen

Der Fußballverband Sachsen-Anhalt hat am Montag den finalen Rahmenterminplan für die kommende Spielzeit veröffentlicht. Demnach beginnt die Saison mit dem ersten Spieltag am ersten Augustwochenende. Das Eröffnungsspiel findet traditionell am Freitagabend, den 5. August 2022, statt. Da die aktuell laufende Spielzeit im Süden, beim Aufsteiger SV Blau-Weiß Farnstädt eröffnet wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Saison 2022/2023 im Norden Sachsen-Anhalts ihren Einstand gibt.

 

Wie ist der Modus?

Nach einem einjährigen Experiment, die Verbandsliga in zwei Staffeln zu teilen, um flexibler auf die pandemische Situation reagieren zu können, kehrt der FSA zum ursprünglichen Modell zurück. Alle zwanzig Mannschaften werden im neuen Spieljahr wieder in einer Staffel den Meister und die Absteiger ausspielen. Für alle Teams stehen dann 38 Spieltage auf dem Programm. Um das Pensum zu bewerkstelligen, wird jeder freie Tag für Fußball genutzt. So gibt es am Tag der deutschen Einheit und am Reformationstag Doppelspieltage mit Begegnungen am Samstag und Montag. Zudem wurde für den 24. August eine englische Woche eingeschoben. Erst im neuen Jahr gibt es einige, wenige günstige Termine, um zu verschnaufen oder ein ausgefallenes Spiel nachzuholen. Alle weiteren Nachholtermine befinden sich jeweils unter der Woche. Es muss also gehofft werden, dass die Saison nicht erneut unterbrochen wird.

Um diesen Terminstress mittelfristig zu reduzieren, soll es mit vier Absteigern wieder mehr Teams geben, welche die Liga am Saisonende verlassen müssen, als jene Mannschaften, die aus der Landesliga aufsteigen werden. Diese Rechnung geht aber auch nur auf, wenn die Oberligisten aus Sachsen-Anhalt ihre sportlichen Hausaufgaben erledigen. Die Hinrunde endet am 10. Dezember 2022. Der Neustart im neuen Kalenderjahr soll bereits am 11. Februar 2023 erfolgen. Für die Urlaubsplanung ist außerdem noch wichtig: Das letzte Saisonspiel wird am 17. Juni 2023 angepfiffen.

 

Wer geht aus der Liga?

Nach oben verabschieden wird sich der Landesmeister und Aufsteiger vom SV Westerhausen. Den bitteren Gang in die Landesliga müssen leider der SC Bernburg, der SV Edelweiß Arnstedt, der SV Kelbra und der FC Grün-Weiß Piesteritz antreten. Für Statistikfans ist dabei interessant: Die Nullfünfer haben die letzten zwei Jahre zusammen mit Bernburg in der Verbandsliga gespielt, ohne je ein Spiel gegeneinander bestritten zu haben. Erst kam die Pandemie dazwischen und vor Saisonbeginn rutschten die Bernburger noch kurzfristig von der Nord- in die Südstaffel.

 

Wer kommt dazu?

Aus der Landesliga stoßen die jeweiligen Aufsteiger hinzu. Das sind der FSV Saxonia Tangermünde aus dem Norden, der Cöthener FC Germania aus der Mitte und der SV Eintracht Emseloh aus dem Süden. Nach dem Verzicht im letzten Jahr will es Tangermünde jetzt wissen und nimmt die Herausforderung in der Verbandsliga an. Bereits in der Winterpause hatten sich die Nullfünfer von der Qualität der Altmärker überzeugen können und eine Niederlage in einem Testspiel erlitten. Mit den Teams von Köthen und Emseloh steigen außerdem zwei absolute Neulinge zur Beletage des Fußballs in Sachsen-Anhalt auf. Allerdings durfte die Bachstadt bereits Anfang der 2000er Verbandsligaluft schnuppern. Damals versuchte sich der Stadtrivale FC Eintracht Köthen in eben jener Liga. Nach zwei Jahren war es dann aber auch schon wieder vorbei. Aus dieser Zeit stammt auch der höchste Sieg des SV Dessau 05 in der Verbandsliga. Am 20. Oktober 2001 gab es für die Zuschauer im Schillerpark beim 12:1-Heimsieg sehr viele Tore zu sehen.

Aus der Oberliga wird der 1. FC Lok Stendal nach fünf Jahren in die Verbandsliga zurückkehren. Stendal wird zusammen mit Tangermünde und Gardelegen zu den weitesten Auswärtstouren mit fast zwei Stunden Fahrtzeit gehören. Formell zwar auch aus der Oberliga abgestiegen ist der 1. FC Merseburg durch seinen Rückzug in der Winterpause. Der dort neugewählte Vorstand hatte aber bereits verkündet, dieses Startrecht nicht wahrnehmen zu wollen. Stattdessen soll die jetzige Reservemannschaft in der Landesliga Süd zu einer neuen ersten Mannschaft werden. Dann aber, gemäß der jüngst präsentierten Namensänderung, als VfB Merseburg.

Quasi aus dem Nichts wird die neugegründete U23 vom 1. FC Magdeburg wieder in der Liga auftauchen. Der große Club aus der Landeshauptstadt hatte mit einer fadenscheinigen Kampagne dafür gesorgt, dass der FSA seine Spielordnung entsprecht angepasst hat und dadurch die direkte Eingliederung in die Verbandsliga möglich wurde. Die neue Spielordnung wurde dabei übrigens so formuliert, dass der Hallesche FC jederzeit nachziehen könnte, auch wenn dieser noch nicht den Status eines Nachwuchsleistungszentrums des DFB innehat.

 

Und was ist mit Pokal?

Der Landespokal startet erst am 13. August 2022 und nicht wie ursprünglich angekündigt am letzten Juli-Wochenende. Allerdings werden in Runde 1 nur die Verbands- und Landesligisten dabei sein. Alle Kreispokalsieger und Oberligateams, sowie Germania Halberstadt aus der Regionalliga und der HFC aus Liga 3 werden erst ab der zweiten Runde im September mit im Topf sein. Definitiv nicht dabei sind beide Mannschaften des 1. FC Magdeburg. Als Zweitligist ist der FCM automatisch für den DFB Pokal qualifiziert. Die U23 besitzt kein Startrecht im Pokal. Die ersten Runden werden sehr wahrscheinlich wieder mit regionalem Kontext ausgelost, wobei sich die Nullfünfer in der Verbandsliga recht mittig befinden und deshalb nicht genau gesagt werden kann, in welchem Topf sich das Los mit dem großen D befinden wird. In den letzten Jahren war es, aufgrund der Südlastigkeit innerhalb der Verbandsliga, regelmäßig der Nord-Topf. Fest steht allerdings schon jetzt: Es wird definitiv ein Auswärtsspiel bei einem Landesligisten. Das Finale wird übrigens am 3. Juni 2023 ausgetragen.