SV DESSAU 05

Geschichten vom Spieltag

Björn Reinhardt, 24.08.2021

Geschichten vom Spieltag

Das Talent trifft - und bleibt bescheiden

In der 81. Spielminute war es dann so weit. Der eingewechselte Tobias Berndt konnte sich auf seiner rechten Seite durchsetzen, sah in der Mitte den ebenfalls eingewechselten Felix Egelkraut und schob den Ball einmal durch den Fünfmeterraum an den gegenüberliegenden Pfosten. Dort stand Egelkraut einschussbereit und markierte das vorentscheidende 3:0 aus Sicht der Nullfünfer. Für das Talent aus dem Schillerpark war es im Alter von nur 17 Jahren, 44 Wochen und 6 Tagen der erste Treffer in der Belletage des Fußballs in Sachsen-Anhalt. Entsprechend groß war die Freude des Torschützen nach dem Spiel: "Dass ich hier den Vorsprung ausbauen konnte, ist für mich persönlich natürlich ein Riesending. Allerdings musste ich ja nur noch den Fuß dran halten. Den größeren Anteil an diesem Tor hat Tobias mit seiner Vorarbeit."

Gefreut hat’s dabei auch den Cheftrainer: "Wir waren sehr begeistert davon, dass er sein erstes Tor in diesem schwierigen Spiel gemacht hat. Felix hat in der gesamten Vorbereitung eine super Einstellung, einen großen Willen und die nötige Cleverness gezeigt, um die taktischen Vorgaben umzusetzen. Das ist der Lohn für seine Arbeit. Unterschlagen möchte ich dabei natürlich nicht die Vorlage von Tobias. Er hatte in der Situation ein gutes Auge und der Querpass war dann natürlich überragend. Es freut mich, wenn zwei junge Spieler so zusammenarbeiten."

 

Franz Thomas glänzt in allen Mannschaftsteilen

Franz Thomas wurde in Gardelegen einmal komplett durchgereicht. Und das natürlich im positiven Sinne. Der 23-Jährige betrat in der 68. Minute nach seiner Einwechslung für Constantin Cotov das Feld und suchte als Flügelstürmer den Weg zum Tor. Als im weiteren Spielverlauf Tobias Berndt für Rick Behling in die Begegnung gebracht wurde, rückte Thomas ins zentrale Mittelfeld. Die Partie endete für den flexibel einsetzbaren Spieler auf der rechten Abwehrseite, nachdem kurz vor dem Abpfiff Ebrima Ceesay für Christian Chidera das Spielfeld betreten hatte.

Für Franz Thomas selbst war das nichts Ungewöhnliches: "Ich habe unter Lucian (Anm. d. Red.: Mihu) schon auf verschiedenen Positionen gespielt. Deshalb ist mir die taktische Umstellung nicht schwergefallen. Im Training bekommen wir die Laufwege und Anforderungen jeder Position vermittelt und der Trainer stellt uns auch so ein, dass wir nicht nur einen Platz in der Formation bekleiden können." Ein polyvalenter Spieler eben. Oder wie Pep Guardiola es beschreiben würde: Ein super super super Spieler.

Franz Thomas steht dabei aktuell symbolisch dafür, was beim SV Dessau 05 gerade richtig läuft. Auf die Spieler, welche am Spieltag nicht in der Startelf stehen, ist Verlass. Kommen sie ins Spiel, sind sie hoch motiviert und geben Vollgas. Ein Leistungsabfall nach einem Wechsel ist dadurch nicht zu sehen. Das führt auch in den Trainingseinheiten zu einer hohen Intensität und einer gesunden Konkurrenzsituation. Jeder Spieler im Kader der Verbandsligamannschaft ist jederzeit dazu bereit Verantwortung zu übernehmen.

 

Ohne Verpflegung keine Bewegung

Eine Mannschaft funktioniert nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette. Von entsprechender Bedeutung ist dann natürlich auch die Zusammenarbeit des Teams hinter dem Team. Um für den Weg nach Gardelegen, immerhin die längste Auswärtsfahrt in der aktuellen Spielzeit, bestens gewappnet zu sein, hatte sich Thekenwart Michael Schönemann bereits am frühen Samstagmorgen in seine Küche gestellt und für seine Jungs eine große Portion Hühnchen mit Reis zubereitet. Die gemeinsame Mittagspause verbrachte die Verbandsligaelf auf dem Rastplatz Sülzegrund an der A14. Bestens gestärkt ging es für den 05-Tross weiter nach Gardelegen, um sich mit dem bereits bekannten Ergebnis alle zu vergebenden Punkte abzuholen. Zurück blieben restlos leere Wärmebehälter, welche nun bei Micha auf die nächste lange Auswärtsreise warten.

 

Wenn sie schon mal in der Nähe spielen

Das Auswärtsspiel in der Altmark hatte auch 05-Fan und -Mitglied Johannes "Otti" Ott dazu genutzt, seine Mannschaft mal wieder live und in Farbe zu sehen. Den Physiklehrer (Anm. d. Red.: Er weiß wie man Bierflaschen mit Luft befüllt) hatte es vor wenigen Jahren berufsbedingt an das Tor zur Lüneburger Heide ins niedersächsische Celle gezogen. Der Weg nach Gardelegen war für Otti demnach um einiges kürzer, als in den Schillerpark. Die Reise hat sich für den Nullfünfer gelohnt, seine Mannschaft hat ihn nicht enttäuscht. Bis zum nächsten Mal, Otti!