SV Dessau 05 e.V.
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Der Derbycountdown - Nur noch 2 Tage
24.03.2011 - Johannes Ott

Der Derbycountdown - Nur noch 2 Tage

Heute gibt es einen Rückblick auf das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams. Dazu hier mal die beiden MZ- Berichte, sowohl aus der Wittenberger, als auch aus der Dessauer Ausgabe.

Ferl macht Totalausfälle für die Niederlage verantwortlich

FUSSBALL-VERBANDSLIGA FC Grün-Weiß Piesteritz verliert das Lokalderby in Dessau 2:3 und ärgert sich mächtig über den Platzverweis gegen Marvin Richter.

VON MICHAEL HÜBNER DESSAU /MZ

- Nichts Neues aus dem Dessauer Schillerpark: Die Piesteritzer verlieren das nächste Derby bei 05. Das hat Tradition. "Die haben hier doch nie gewonnen", motivierte Dirk Metzker seine Fohlentruppe (Durchschnittsalter 22 Jahre). Freilich stimmt das nicht ganz. "Der letzte Erfolg der Piesteritzer ist mindestens zwölf Jahre her", so der Trainer, der nach dem Match "von einem glücklichen Sieg" sprach.

Das sah Uwe Ferl ganz anders. Für den FC-Coach geht der 05-Erfolg in Ordnung. "Mit drei bis vier Totalausfällen gewinnen wir kein Spiel. Wir konnten die guten Trainingsleistungen im Wettkampf nicht umsetzen", so ein enttäuschter Trainer, der glaubt, dass die Chance, mit drei Punkten auf Rang zwei der Tabelle vorzustoßen, bei einigen seiner Akteure für "volle Hosen" gesorgt habe. Trotz der harschen Kritik sah es bis in die Schluss-Sekunden nicht wirklich nach einer Niederlage aus. Beide Teams kämpften in der vor allem spannenden Partie um den Erfolg. Und dann sorgte der Schiedsrichter für Zündstoff. Marvin Richter foulte und beförderte danach das Leder aus der Gefahrenzone. Dafür erhielt er die Ampelkarte. Gelb gab es - berechtigterweise - für das Foulspiel und die Gelb-Rote Karte für das Ballwegschlagen. Eine nicht alltägliche Entscheidung. "Das war eine Aktion", schimpften FC-Verantwortliche noch nach dem Abpfiff. Der Ärger ist verständlich, schließlich verwertete Tobias Cramer die darauf folgende Freistoß-Eingabe auch noch zum 3:2 (89. Minute). Das war der Lohn für das überraschend engagierte Auftreten des bis dato Tabellenvorletzten der Verbandsliga.

"Diese Leistung können wir nicht Woche für Woche abrufen", sagte Metzker, der große Personalprobleme hatte. So komplettierte der eigentlich quirlige Angreifer Sascha Zacke die Vierer-Abwehrkette. Trotzdem machte der Gastgeber von Anfang an vor 352 Zuschauern Druck. So traf Matti Hartwig aus der Distanz nur die Latten-Oberkante (10.).

"Die haben hier doch nie gewonnen." Dirk Metzker, 05-Trainer

Die zu diesem Zeitpunkt hoch verdiente Führung markierte Holger Koppeng, der einen Freistoß mit einem fulminanten Schuss verwandelte (22.). Der Piesteritzer Ausgleich fiel praktisch aus dem Nichts. Die erste klare Chance verwandelte Tobias Klier ebenfalls sehenswert (29.). Doch der Jubel der Gäste war noch gar nicht verklungen, da nutzten die Muldestädter die nächste Schaltpause der FC-Abwehr. Marcus Jahnke brachte mit einem Flugkopfball 05 wieder in Front. "Diese Führung haben wir uns verdient", sagte 05-Mannschaftsleiter Werner Michaelis.

Doch nach dem Wechsel bestimmten zunächst die Gäste die Szenerie. Kevin Gerstmann, wieder ein Vorbild an Einsatzfreude, verwandelte einen Freistoß zum 2:2. "Wir haben vor diesen Piesteritzer Standards gewarnt", ärgerte sich Metzker. Die Partie war nichts für schwache Nerven. Es gab viele Chancen auf beiden Seiten. "Wir hatten aber die klareren", meinte der 05-Trainer. So verfehlte Felix Müller aus Nahdistanz knapp das Ziel (70.) oder Wellington rettete nach einem Freistoß per Kopf auf der Linie (71.).

Doch auch die Piesteritzer kämpften um das 3:2. Doch Daniel Schwibbe hatte mit einem Distanzschuss kein Glück (76.). Und ein Wellington-Kopfball wurde von Stefan Spielau pariert (83.).

Piesteritz: Böhme, Schüler, Gallin, Körnig (36. Richter), Wellington, Klier, Witt (75. Buchholz), Naujoks (68. Luis), Schwibbe, Gerstmann, Stefke

 

 

Großes Aufatmen im Schillerpark

FUSSBALL-VERBANDSLIGADessau 05 stoppt seine Talfahrt mit einem 3:2-Sieg im Anhalt-Derby gegen Grün-Weiß Piesteritz. Trainer Dirk Metzker führt vorher mit seinem Team eine Aussprache durch.

VON FRANK HARNACK DESSAU /MZ

- Die Stimmung war gelöst, ja beinahe schon locker. Wer gestern Nachmittag seinen Fuß in den Schillerpark setzte, sah im dortigen Stadion freudestrahlende Mienen bei Spielern, Funktionären, Trainern und Fans des SV Dessau 05. Der 3:2-Sieg im Anhaltderby gegen Grün-Weiß Piesteritz beförderte die Muldestädter vom vorletzten auf den zwölften Tabellenplatz und damit aus der Abstiegszone heraus.

Dementsprechend ähnelten sich auch die Statements der Protagonisten. Vor allem das Wort "wichtig" tauchte bei allen auf. Ob Präsident Burker-Wieland Jüngling, Trainer Dirk Metzker oder Kapitän Stefan Spielau, allen war bewusst, dass dieser Sieg zu diesem Zeitpunkt gegen diesen Gegner "ganz wichtig" für die Mannschaft war. Dabei war Metzker vollkommen unkonventionell an die Partie herangegangen und hatte erst einmal die Gepflogenheiten geändert. Statt einer sonst um die 20 Minuten dauernden Spieleinweisung setzte er eine 40-minütige Aussprache mit allen Spielern, egal ob verletzt, krank oder fit, an. Wahrscheinlich zum ersten Mal in dieser Saison fanden sich dadurch gestern Mittag alle 25 05-Spieler, die zum Kader gehören, auf einen Schlag zusammen. "Das habe ich genutzt und einfach gesagt, was mir nicht passt. Bei jedem einzelnen", erläuterte Metzker seine Vorgehensweise, die so kurz vor einem so wichtigen Spiel alles andere als üblich ist. Für Metzker war sie notwendig geworden, nachdem in den vergangenen Wochen "einige Spieler weder im Training noch in den Spielen 100 Prozent gegeben haben". Gestern nun bewies seine junge Truppe, der Altersdurchschnitt liegt bei 22,2 Jahren, welches Potenzial in ihr steckt. Piesteritz, auf dem Papier klar besser besetzt, sah sich einer hochmotivierten und energisch zur Sache gehenden Dessauer Elf gegenüber, die mit Sascha Zacke ihren gefährlichsten Angreifer auf der rechten Seite der Vierer-Abwehrkette aufbot.

"Die Idee kam mir am Abend zuvor. Ich wollte nicht, dass er im Angriff zu viele Fouls einstecken muss. Andererseits braucht er auch Spielpraxis", so Metzker. Zacke machte seine Sache durchaus gut, "aber es war schon etwas völlig anderes", wie er nach der Partie freimütig einräumte. Die Gäste blieben in diesen 90 Derby-Minuten erstaunlich harmlos. "Wir haben nie richtig ins Spiel gefunden", bemängelte Torwart Johannes Böhme, der wie Ladislav Stefke und Daniel Schwibbe einst selbst das 05-Trikot trug. Das erste Mal musste Böhme nach 22 Minuten hinter sich greifen. 05-Verteidiger Holger Koppeng ballerte aus gut 22 Metern mit aller Wucht einen Freistoß direkt ins Tor. "Der hat gepasst", so Böhme, der nicht einmal reagieren konnte. Sieben Minuten später glich Piesteritz durch Tobias Klier aus, doch schon im direkt folgenden Angriff markierte der eine starke Leistung zeigende Markus Jahnke per Hechtkopfball das 2:1. "Vielleicht war das die entscheidende Szene im ganzen Spiel, diese direkte Antwort auf den Ausgleich", überlegte Metzker. Noch einmal musste Dessau, das den ersten Abschnitt dominierte und in der Partie Chancen "für drei Spiele", so Präsident Jüngling, vergab, einen Ausgleich zulassen. Der frühere Dessauer Kevin Gerstmann (ehemals FC Anhalt) war nach einem Freistoß im Fünf-Meter-Raum zur Stelle und erzielte das 2:2 (50.). Doch die Gastgeber belohnten sich für ihre Moral und ihren Kampfgeist. Tobias Cramer behielt in der 90. Minute die Nerven und überwand Böhme ein drittes Mal.

Dessau 05: Spielau - Zacke (82. Hetzer), Schulze, Hartwig, Koppeng - , Müller, Kunze (67. S. Kaluza), Eschner, Sitte - Cramer, Jahnke (90. Görmer)

 

 

 

Hier gibt es nun also die Vorlage, wie es Samstag laufen könnte. Auf gehts Jungs!


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